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Hertha Peters - erste Landrätin in Niedersachsen

Der internationale Frauentag im Rahmen von Corona

Comic-Karikatur zum Internationalen Frauentag am 08. März

Der internationale Frauentag im Rahmen von Corona –Silke Tödter und Banafsheh Nourkhiz sagen gemeinsame Veranstaltung im Forum ab

Corona hat das Leben in Deutschland und weltweit grundlegend verändert. Es wird deutlich, dass Frauen wesentlich stärker von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sind.
Alle gleichstellungspolitischen Schieflagen, auf die besonders auch die Gleichstellungsbeauftragten immer wieder hingewiesen haben, verschärfen sich jetzt.

Frauen tragen aktuell immer noch die Lasten in der Corona Krise. Sie arbeiten in den schlecht bezahlten Frauenberufen wie Krankenpflege, Altenpflege, sitzen in den Supermärkten an den Kassen und sie betreuen zuhause im Homeoffice ihre Kinder. Wir sprechen hier von den systemrelevanten Berufen, zu denen auch Mitarbeiterinnen in den Küchen, den Wäschereien, in der Verwaltung der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sowie den Rettungsdiensten gehören.
Dass fast ausnehmend Mütter ihre Kinder zuhause betreuen, weil Kitas und Schulen teilweise noch immer oder schon wieder geschlossen sind, führt auch dazu, dass Frauen sich für längere Zeit aus der Erwerbsarbeit zurückziehen. Dies verfestigt die traditionelle familiäre Arbeitsteilung mit ihren geschlechtertypischen Rollenbildern.

Besonders für die Care-Arbeit oder Sorge-Arbeit wird ein Backlash in traditionelle Rollenaufteilungen beobachtet. Eine aktuelle Studie der Hans- Böckler- Stiftung belegt, dass diese Tätigkeiten auch in der Corona Krise in der überwiegenden Mehrheit von Frauen geleistet werden, unter erheblichen, nicht nur finanziellen Einbußen. Sorgearbeit übernehmen wesentlich mehr Frauen als Männer. Bei Haushalten mit kleinem bis mittlerem Einkommen ist dies noch stärker zu beobachten. Besonders bei Müttern hat die Arbeitszufriedenheit abgenommen, was daran liegt, dass sie oft die Hauptlast der Kinderbetreuung und des Homeschooling tragen müssen und dafür ihre Arbeitszeiten im Beruf reduzieren müssen.

Die typischen Frauenberufe sind in der Regel kaum sichtbar, wenig prestige-trächtig und meist unterbezahlt, aber in der Corona Krise gehören sie zu den systemrelevanten Berufen. Gleichzeitig sind sie elementar wichtig, bieten aber keine Chance auf Homeoffice. Dazu kommt ein erhöhtes Gesundheitsrisiko in der täglichen Arbeit, beispielsweise als Pflegekraft, als Kassiererinnen oder als Erzieherinnen. Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit liegt der Frauenanteil bei den Beschäftigten in den Krankenhäusern bei 76%, im Einzelhandel mit Nahrungsmitteln bei rund 73% und in den Kindertagesstätten sogar bei knapp 93%. Die meisten Minijobs und Teilzeitbeschäftigungen entfallen auf Frauen (Regelungen des Kurzarbeitergeldes gelten nicht für Minijobberinnen)

Ein weiteres wichtiges Thema auch in der Corona Krise ist „Gewalt gegen Frauen im Geschlechterverhältnis“. Die eigenen vier Wände sind für viele Frauen der gefährlichste Ort im Leben. Durch die Corona Krise und die Einschränkungen im öffentlichen Leben haben sich Konflikte und Fälle von partnerschaftlicher Gewalt verschärft. Aufgrund von Überlastung, Ängsten und räumlicher Enge nehmen Gewalttätigkeit, partnerschaftliche und innerfamiliäre Konflikte und damit auch Häusliche Gewalt zu.

Gerade deshalb ist es besonders wichtig, dass gewaltbetroffene Frauen mit ihren Kindern schnell, unbürokratisch und zuverlässig Schutz und Beratung bekommen. Frauen, die zu Hause Gewalt erfahren, brauchen Rettungsanker wie das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen oder einen sicheren Zufluchtsort. Deshalb hat die Gleichstellungbeauftragte des Landkreises Peine in der ersten Phase der Corona Krise mit zwei niedersächsischen bzw. bundesweiten Kampagnen (“Hast Du auch gehört?“ und „Stärker als Gewalt“) gegen häusliche Gewalt gemeinsam mit dem Peiner Frauenhaus versucht, zusätzlich Unterstützung zu leisten.
Mit Hilfe der Kreistagspolitik konnte das Peiner Frauenhaus befristet unbürokratisch über mehr Finanzmittel verfügen und langfristig ihre Unterbringungskapazitäten erweitern.

Die Versorgungslage bei Schwangerschaft und Geburt hatte sich schon vor der Corona Krise wegen Mangels an Hebammen und gynäkologischer Versorgung verschlechtert. Die Corona Krise hat gravierende Auswirkungen: Es finden keine Geburtsvorbereitungskurse statt und auch die Nachsorge durch Hebammen wird aufgrund der Ansteckungsgefahr nur eingeschränkt angeboten. Zudem haben die Kliniken die Begleitung während der Geburt stark eingeschränkt.

Die geschilderten Auswirkungen der Corona Krise auf Frauen bewirken auch, dass sie sich in der jetzigen Lage noch weniger politisch einbringen können. Das ist umso problematischer, weil ihre Interessen und ihre Sichtweisen in der derzeitigen Dynamik der politischen Entscheidungen damit nicht ausreichend berücksichtigt werden.
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„Alles, was wir als Gleichstellungsbeauftragte seit Jahren fordern, erscheint unter den Bedingungen der Corona – Pandemie wie unter einem Brennglas. Es ist also ein guter Zeitpunkt für Politik und Arbeitgeber, die gleichstellungspolitischen Schieflagen ernst zu nehmen und bei der Umsetzung der Forderungen ein engagiertes, sachbezogenes, mutiges und zeitnahes Handeln zu zeigen“, finden Banafsheh Nourkhiz und Silke Tödter.

Darüber hinaus braucht es unbedingt zeitnah nachhaltige Entscheidungen wie:

• Die finanzielle Aufwertung der Berufe in Pflege, Gesundheitswesen, Erziehung und
Einzelhandel sowie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen

• Die Abschaffung der Sonderregelungen für geringfügig Beschäftigte
• Steuer-, Sozial- und Familienleistungen so abzustimmen, dass sie zu einer finanziellen Verbesserung für Frauen, insbesondere Alleinerziehende führen
• Rahmenbedingungen und Arbeitszeiten schaffen, dass Väter und Mütter sich die Care-Arbeit gerecht teilen können
• Bundesweit einheitliche rechtliche Rahmenbedingungen und die Gewährleistung einer bedarfsgerechten und flächendeckenden Versorgung mit Gewaltschutz-einrichtungen (Frauenhäuser) und Beratungsstellen sowie umfassende präventive Maßnahmen zur Verhinderung der Gewalt gegen (Frauen Istanbul Konvention)
• Paritätische Besetzung von Gremien, damit die Anliegen von Frauen vertreten werden können

In der Stadtverwaltung und der Landkreisverwaltung sind Frauen als berufstätige Mütter ebenso betroffen, wie als Erzieherinnen und Raumpflegerinnen. Hier stehen sich die Bedürfnisse manchmal auch entgegen – Eltern brauchen verlässliche Kinderbetreuung und Erzieherinnen müssen vor Ansteckung geschützt werden.
Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Peine hat sich gemeinsam mit dem Personalamt noch einmal verstärkt für das Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie eingesetzt, besonders im Hinblick auf Telearbeit und Homeoffice.

Noch ist nicht absehbar, wie unsere Welt nach der Corona Krise aussehen wird.
Müssen wir damit rechnen, dass gleichstellungspolitische Ziele zurückgestellt und Errungenschaften in Frage gestellt werden – oder führt die Situation zu einem Aufschwung zum Beispiel bei der schon lange geforderten Aufwertung von Frauenberufen?

„Umso wichtiger ist es gerade heute, mithilfe des Internationalen Frauentages weiterhin Solidarität für gleiche und bessere Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen einzufordern.
In diesem Sinne lassen Sie uns vernetzt und zuversichtlich bleiben, damit wir auch in diesem Jahr Positives bewegen können,“
wünschen sich Silke Tödter und Banafsheh Nourkhiz und hoffen, dass es im nächsten Jahr wieder eine gemeinsame Veranstaltung zum internationalen Frauentag mit ihren Kooperationspartnerinnen, den Grünen Frauen, den DGB Frauen Peine, der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen und der CDU Frauen Union geben wird.

Silke Tödter Banafsheh Nourkhiz

 

Logo Hilfetelefon Gewalt gegen FrauenInternationaler Tag

Gegen Gewalt an Frauen

am 25. November 2020

(er findet jedes Jahr an diesem Tag statt)

Wann wenn nicht jetzt? Frauen in der Corona Krise stärken

Gleichstellungsbeauftragte der Landkreise und kreisfreien Städte in der Region Braunschweig unterstützen bundesweiten Aufruf:

Corona hat das Leben in Deutschland und weltweit grundlegend verändert. Es wird deutlich, dass Frauen wesentlich stärker von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sind.

Alle gleichstellungspolitischen Schieflagen, auf die besonders auch die Gleichstellungs-beauftragten immer wieder hingewiesen haben, verschärfen sich jetzt.

Frauen tragen aktuell die Lasten in der Corona Krise. Sie arbeiten in den schlecht bezahlten Frauenberufen wie Krankenpflege, Altenpflege, sitzen in den Supermärkten an den Kassen und sie betreuen zuhause im Homeoffice ihre Kinder. Wir sprechen hier von den systemrelevanten Berufen, zu denen auch Mitarbeiterinnen in den Küchen, den Wäschereien, in der Verwaltung der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sowie den Rettungsdiensten gehören. Dass fast ausnehmend Mütter ihre Kinder zuhause betreuen, weil Kitas und Schulen teilweise noch immer geschlossen sind, führt auch dazu, dass Frauen sich für längere Zeit aus der Erwerbsarbeit zurückziehen. Dies verfestigt die traditionelle familiäre Arbeitsteilung mit ihren geschlechtertypischen Rollenbildern.

Die eigenen vier Wände sind für einige Frauen der gefährlichste Ort im Leben. Durch die Einschränkungen in öffentlichen Leben verschärfen sich Konflikte und Fälle von partnerschaftlicher Gewalt steigen an. 

Wann, wenn nicht jetzt werden unsere frauen- und gleichstellungspolitischen Forderungen ernst genommen und umgesetzt?

20 aktive Frauenverbände und Gewerkschaften aus ganz Deutschland wenden sich mit gleichstellungspolitischen Forderungen an die Bundesregierung und Arbeitgeber.

Wir, die Gleichstellungsbeauftragten der Landkreise und kreisfreien Städte in der Region Braunschweig, schließen uns diesem bundesweiten Aufruf an.

 

Mit folgenden Forderungen:

  • Finanzielle Aufwertung der Berufe in Pflege, Gesundheitswesen, Erziehung und Einzelhandel sowie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen
  • Die Abschaffung der Sonderregelungen für geringfügig Beschäftigte
  • Steuer-, Sozial- und Familienleistungen so abzustimmen, dass sie zu einer finanziellen Verbesserung für Frauen, insbesondere Alleinerziehende führen
  • Rahmenbedingungen und Arbeitszeiten schaffen, dass Väter und Mütter sich die Care-Arbeit gerecht teilen können
  • Bundesweit einheitliche rechtliche Rahmenbedingungen und die Gewährleistung einer bedarfsgerechten und flächendeckenden Versorgung mit Gewaltschutzeinrichtungen (Frauenhäuser) und Beratungsstellen
  • Effektiven Gewaltschutz für geflüchtete Frauen

 

Silke Tödter, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Peine sagt dazu: „Alles, was wir als Gleichstellungsbeauftragte seit Jahren fordern, erscheint unter den Bedingungen der Corona – Pandemie wie unter einem Brennglas. Es ist also ein guter Zeitpunkt für Politik und Arbeitgeber, die gleichstellungspolitischen Schieflagen ernst zu nehmen und bei der Umsetzung der Forderungen ein ebenso engagiertes, sachbezogenes, mutiges und zeitnahes Handeln wie jetzt in der Corona-Pandemie zu zeigen“.

Der Landkreis Peine hat gehandelt und z.B. die ersten Verbesserungen der Situation im Frauenhaus schon 2019 auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragten im Rahmen der Istanbul Konvention mit der Politik auf den Weg gebracht. Im Rahmen der Corona Krise wurde schnell reagiert und befristet Finanzen zur Verfügung gestellt, die die Situation der Vollbelegung im Frauenhaus weiter entschärfen können.

Die Gleichstellungsbeauftragte begrüßt die Ausweitung der Kita-Notbetreuung im Landkreis Peine, um mehr Frauen die Möglichkeit zu geben, wieder berufstätig sein zu können.

 

Der komplette Aufruf ist unter www.frauenbeauftragte.org/Wann-wenn-nicht-jetzt abrufbar.

Ausschnitt aus dem Theaterstück WeibsbilderInternationaler Frauentag 2020 Zum Internationalen Frauentag 2020 haben die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Peine, Silke Tödter und der Stadt Peine, Banafsheh Nourkiz gemeinsam mit den frauenpolitischen Organisationen DGB Frauen, Grüne Frauen, AG Sozialdemokratische Frauen und Frauenunion eingeladen. Besondere Kooperationspartnerin war die IGS Peine, deren Prüfungskurs Darstellendes Spiel das Theaterstück „Weibsbilder“ aufführte. 8 Schülerinnen befassten sich ausgehend von acht Frauen aus bekannten Dramen mit der Frauenrolle in der heutigen Gesellschaft. Mit ihrer eindringlichen und dramaturgisch sehr gelungenen Inszenierung gelang es den jungen Frauen, dem Publikum ihre Herzensangelegenheit – die kritische Auseinandersetzung mit der Verständnis der Weiblichkeit – uneingeschränkt zu vermitteln. Das sie damit auch zum Nachdenken anregten, zeigte der sich anschließende Dialog über mehrere Frauengenerationen. Zugleich nutzten die Schülerinnen das Gespräch, um engagiert über die Entstehung des Stückes, ihre Motivation und ihren Wunsch nach einer nachhaltigen Wirkung des Aufgeführten zu berichten.

„Öffentlichtkeit soll mit dem Thema Sexismus konfrontiert werden“ | Ein Artikel von Heike Heine-Laucke

Hundert Jahre Frauenwahlrecht - Ein Gruppenbild mit Bundeskanzlerin Angela Merkel
100 Jahre Frauenwahlrecht | 12. November 2018

Peiner Frauen – viel mehr als Kinder, Küche, Kirche | Informationsbroschüre

Logo Stop Sexkauf

Bündnis für ein Sexkaufverbot in Deutschland, Europa und auf der Ganzen Welt !

Prostitution schafft ein Bewusstsein, dass sexuelle Benutzung von Frauen durch Männer normal,

käuflich und gesellschaftlich gestattet sei. Gleichberechtigung wird auf diese Weise ausgeschlossen. Prostituierte erleben die sexuelle Benutzung ihres Körpers durch fremde Männer x-mal am Tag mit entwürdigenden und z.T. brutalen Praktiken.